Zeit für (Nr.) Sex

 

"Trier Hauptbahnhof, 8.30 Uhr, wieder mal Regen. Perfekter Halt fürs Käppi - Drei Wetter Taft. Zwischenstopp München, Reinhard abholen, es ist ziemlich windig. Perfekter Sitz - Drei Wetter Taft. Weiterflug nach Rom, die Sonne brennt. Perfekter Schutz - Drei Wetter Taft."

 

Glosse:

Die Herren sind zurück aus Rom, gründlich aufgeschlaut und mit stolzgeschwellter Brust, da die anderen „unwissenden Kirchenkolonien“, Afrika, Paraguay, Philippinen, etc. ja das, was die deutsche Bischofskonferenz jetzt schon – vermeintlich - hinter sich hat, noch vor sich haben.

 

Ihr Armen, was wird auf euch zu kommen? Werdet ihr gewappnet sein, für Häme und Medienschelte, oder werdet ihr auf unser Know-How angewiesen sein?

 

Neue Missionierungsfelder sind entdeckt, wie Gasvorkommen in Amerika, die es jetzt zu fördern gilt. Denn deutsches Missbrauchswissen gilt es in die Welt zu tragen.

Headline in Bild: „Deutscher Missbrauchs-Che-Guevara in Paraguay von Bienchen gestochen, Mission in Gefahr.“

 

Wir machen euch mal vor, ihr Halbwissenden, wie das geregelt werden kann mit dem Missbrauch.

5.000 Perlen müsst ihr zählen, dann zahlen. Im Internetcafe um die Ecke bietet ihr bei 40 Grad im Schatten Onlineschulungen an für die Priesterschaft, die wir euch – teils aus Deutschland – als Auslandsseelsorger überlassen haben, weil die hier gerade nicht so gut ins Bild passen. Bei EDV-Problemen können die aber sicher helfen. Die haben es drauf mit dem Internett.

 

Das ist so ähnlich wie mit dem dualen System bei uns hier: In Deutschland sammeln, im Ausland entsorgen. Gelber Sack eben. Im Gegenzug werden wir dann bald mal eine neue Spendenoffensive für euch starten.

 

Tja, was gibt es noch zu sagen? Präventionsprogramme sind das Mittel der Stunde, so wie mit der Aidsprävention ohne Kondome. Das funktioniert? Todsicher! Ihr glaubt uns nicht? Kardinal Marx gibt Auskunft – in seinem Bistum ist das der Renner im Moment -, also die Prävention war gemeint, nicht ohne Kondome!

 

Stephan bastelt derweil an einer neuen Offensive : EEV: Entweltlichen, Entkirchlichen, Virtualisieren

 

Virtualisieren geht so: „Die Missbräuche sind jetzt online verfügbar!“

Supervisor: Das Dokument haben Sie alle geöffnet, und nun das Highlight unserer Online-Präventions - Schulung:

 

Achtung, alle mal Rechtsklick: Save as pdf - document (pädoforcast-document), und schwupps, weg. Magic! Einfach nur geil!

 

Und Stephan meint mit Entkirchlichen:

 

Bußakte, bei denen kirchliche Würdenträger im Rahmen von Liturgien um Vergebung bitten, bezeichnete der Bischof von Trier als "Gratwanderung". Sie könnten ein starkes Zeichen der Anerkennung der Schuld bei den Kirchenverantwortlichen sein. Gleichzeitige drohe jedoch die Gefahr, dabei die Täter aus dem Blick zu verlieren. (Anm.: Wo wohnt der Täter M.V. nochmal?)

 Quelle:http://www.epd.de

 

Sollten unerwartet Schwierigkeiten auftreten, stehen wir, Reinhard und ich, euch gerne zur Seite. Wir kommen kurz mal rübergechattet, der Flug nach Rom ist auf die Dauer auch langweilig, und für unser Smiles and More Konto auch nicht immer zielführend. B16 hat am Rande der Missbrauchskonferenz erwähnt, dass er uns mehr in der Presse sehen will, damit er uns beide besser in Rom unterbringen kann. Reinhard hat im Moment die bessere Publicity, ich muss da noch etwas ackern.

 

Der FBI-Pater hat - am Rande - angefragt, ob er eine Fortbildung in Deutschland anbieten soll zum Thema „Datenbanken tätergerecht frisieren“, Arbeitstitel: AFROTOLLE. Müssen wir mal überlegen.

 

Passt gut zu Entweltlichen: Ist dann einfach weg.

 

Während unserer Abwesenheit ist es einigermaßen ruhig geblieben, aber die vielen Anfragen im Generalvikariat in Trier sind ja auch noch nicht beantwortet. Die örtliche Presse hat angefragt, überregional scheint es leider auch wieder präsent zu werden. Trügerische Ruhe, aber die Heilig-Rock-Wallfahrt fordert unsere Ressourcen, und der Fokus liegt klar dort.

Musikschaf: „Keine Atempause, Geschichte wird gemacht, es geht voran.“

 

Blöd, dass wir da manchmal etwas missverständlich rüberkommen mit dem gesagten Wort:

 

…Ja, selbstverständlich. Ich glaube, dass Netzwerkarbeit ein ganz wichtiger Punkt bei diesem Kongress ist. So verstehe ich auch die Konzeption, dass es am Vormittag Vorträge gibt und am Nachmittag Arbeitsgruppen, die ja dann nach Sprachen gemischt sind oder nach Interessenslagen. Es gibt die Pausen zwischendrin und alle, die hierhergekommen sind, sind ja auf die eine oder andere Weise mit der Thematik befasst, und da ist schon ein großes Interesse, noch einmal zu hören, wie das bei uns ist, wie die Problemlage ist, sei es in Paraguay oder auf den Philippinen.
Es gibt natürlich kulturelle Unterschiede, das ist ganz klar, aber es gibt Vernetzung. Wir haben zum Beispiel einen guten Kontakt mit dem Bischof von Belfast, der mit uns im letzten Jahr in die USA gefahren ist. Wir versuchen, über die nationalen Grenzen hinweg voneinander zu lernen.“

 

Schaf Nr. 3 „Was hat er jetzt damit gemeint, sind das Zeilenschinder?“

Ironieschaf: „Wer nix zu sagen hat, der sagt eben nix! Der referiert eben, auf hohem Niveau, das muss Schaf nicht verstehen, nur würdigen.“

Schwarzes Schaf: „Jetzt wird aus dem Brauchtum des Missbrauchs schon eine Problemlage! Die Problemlage in Paraguay oder den Philippinen ist so wie hier, nur dass der Schwanz der dort einen Kinderpo schändet eine andere Farbnuance zeigt, ist das jetzt mal eindeutig genug? Was gehen die mir auf den Sack! So lange ihr ANAL und ORAL nicht verbal beherrscht, werdet ihr nicht die kleinste Ahnung von Opferleid bekommen!“

Musikschaf: „Ich find die Worte nicht!“

Kommentarschaf: “Die haben noch nie welche dafür gehabt: … Schlimme Taten, vor Gott versündigt, Unheil über Kinder gebracht, den Pfad der Tugend verlassen, den Anforderungen an das Priesteramt nicht gerecht geworden, etc..“

 

…Ein Erfolg wäre für mich, neue Perspektiven zu gewinnen und auf Lücken hingewiesen zu werden, die wir vielleicht haben. Es gibt ja auch blinde Flecken, wo wir vielleicht sagen müssen, dass wir uns damit noch nicht genug beschäftigt haben. Das etwas zu lernen wäre für mich wichtig.

 

Quelle: http://www.oecumene.radiovaticana.org

 

 

Weises Schaf: „Streich´ mal das vielleicht, vielleicht geht es dann etwas schneller voran in deinem Bistum.“

 

Was uns Lämmer noch brennend interessiert, ist das Ergebnis der VIGILMESSE, sieben Opfer, sieben Täter, wobei die Täter um Verzeihung bitten sollen. Die mittelalterliche Inszenierung hat was von Harry Potter, und zudem gar keinen Pressewiederhall gefunden, oder hat das nicht stattgefunden, oder gab es einen Eklat? Seltsam totgeschwiegen, dieser Bußakt.

 

So,  Ende der Glosse:

 

Zum Tagesgeschäft vor Ort:

 

Es steht das nächste, versprochene Treffen mit Bischof Ackermann aus. Da steht der Bischof in der Pflicht!

Ebenso wurde auf die Fragen, die beim ersten Treffen am 11. Januar 2012 gestellt wurden, nur teilweise eingegangen.

 

Auch Fragen von Schafsbrief bleiben weiterhin unbeantwortet, der Bistumssprecher hat den Kontakt ja sozusagen aufgekündigt. Gut so, dann muss es in der Öffentlichkeit geschehen.

Die Spielregeln für Veranstaltungen legen Diskussionspartner auf Augenhöhe normalerweise gemeinsam fest. Also, bitte keine einseitigen Vorgaben für das nächste Treffen! Wir stellen ja auch nicht die Forderung auf, dass Bischof Ackermann nur belastbare Zahlen verkündet, oder dass alle als Schafe verkleidet kommen müssen.

 

Lieber Hirte, der Betriebsausflug ist vorüber, die PR-Aktion in Rom ist teilweise geglückt, nur hat einer aus eurem Verein (wir entkirchlichen jetzt mal) wieder mal unsäglich in die sprichwörtliche Schafsscheiße gegriffen. Der Herr Bischof aus Regensburg:

 

...Bischof Gerhard Müller aus Regensburg warnte davor, alle Priester wegen der Missbrauchsfälle unter Generalverdacht zu stellen. ...Deshalb solle auch nicht von einem umfassenden „Missbrauchskomplex“ geredet werden, sondern eher „über Jahrzehnte verteilt von vielen Einzelfällen, die jetzt wie ein monolithischer Block ausschauen“.“

 

Quelle:http://www.welt.de/politik/ausland/article13860223/Vatikan-ringt-um-die-Wahrheit-zum-Kindesmissbrauch.html

 

Dazu ein Bericht von Regensburg-digital.de: Der Uneinsichtige meldet sich zu Wort:

http://www.regensburg-digital.de/bischof-mueller-verharmlost-missbrauchsskandal/09022012/

 

Vielleicht solltet ihr im Rahmen des nächsten Treffens der deutschen Bischofskonferenz den Burschen abends beim Kamingespräch mal „Einnorden“, der macht eure PR kaputt. Schade, bei so viel Aufwand in Rom, so was von einem Kollegen zu hören.

 

Wenn Überforderung fliegen könnte, bekommt Trier bald einen Flughafen, dann passt das auch besser mit Drei Wetter Taft....

 

Mäh!